Josef Mikl: Arbeiten für St. Virgil (Salzburg), 1975 / 76, Wandgemälde und Messkleider

Josef Mikl schuf für das im Salzburger Stadtteil Aigen gelegene und zur Erzdiözese Salzburg gehörende Bildungshaus St. Virgil ein 300 m² großes Wandbild in der Emmaus-Kapelle (1975-76) und vier Messkleider.

 

 

Das Grundthema des Wandbildes war Emmaus (Textstelle: Lukas-Evangelium, XXIIII, 44-53), Format: 9,20 x 34,20 m, Gesamtformat: 300 m²,  (2,10 x 8,50 m), Öl auf Leinwand)

 

 

Wilhelm Holzbauer (Architekt des Bildungshauses) trat an Josef Mikl mit der Idee heran, die Wandgestaltung der Emmaus-Kapelle mit einem Fresko auszumalen. Aufgrund von technischen Überlegungen lehnte Mikl diese Technik aber ab und entschied sich für eine Öl-Malerei auf Leinwand mit einer anschließenden Kaschierung. Nach zwei Entwürfen erfolgte mit dem dritten Entwurf schließlich am 25. September 1975 die Zusage und im Oktober 1975 die Beauftragung durch das Konsortium des Bildungshauses..

Im Jänner 1976 begann Josef Mikl im Speisesaal des Bildungshauses die einzelnen Leinwandbahnen aufzulegen und konnte am aufgestellten Arbeitstisch jeweils auf zwei Bahnen gleichzeitig malen. Von der Dachterrasse aus, konnte Josef Mikl in den Speisesaal blicken, um mit genügend Abstand die einzelnen Schritte überprüfen. Am 10. Februar wurden die ersten Bahnen provisorisch auf die Wände der Kapelle aufgezogen. Da einige Leinwandbahnen Josef Mikls Anspruch nicht genügten, wurde diese neu ausgeführt und ausgewechselt. Am 4. April schließlich war das Wandbild in seiner endgültigen Form finalisiert und aufgezogen. Die Einweihung der Kapelle erfolgte am 1. Mai durch Erzbischof Karl Berg, den Josef Mikl 1978 auch porträtierte.

 

 

 

4 Messkleider für St. Virgil

 

Auf Einladung des Bildungshauses St. Virgil gestaltete Josef Mikl vier Messkleider für St. Virgil. Er konzentrierte sich in seinen Entwürfen auf die Symbolkraft der Farben des liturgischen Jahreskreises (Rot, Violett, Grün und Gelb) und auf klare, einfache Formen. Die farbigen Umhänge für die Messkleider hat Jutta Albert verwirklicht, die über naturweißem Wollstoff getragen werden.

 

Fotos: Werner Schnelle, mit freundlicher Genehmigung des Bildungshauses St. Virgil (Salzburg)

In einem Gespräch mit Friedhelm Mennekes erklärte Josef Mikl 1990:

… Wer eine Kasel macht, muss sich lange mit ihr befassen. Der Entwurf muss ausgefeilt sein, die Umsetzung durch das beste Handwerk erfolgen. Das erfordert Anteilnahme.
….. Sie muss durchgearbeitet sein, man muss sie aufhängen können, als Bild betrachten. In den Schatzkammern hängen solche Messgewänder, es hängen keine Modefetzen.
… Das habe ich einmal geschrieben. Bilder entstehen ohne Gebete, Gebete brauchen keine Bilder. Aber es gibt keine Kunst ohne Glauben, das ist sicher.

zitiert aus: Josef Mikl und Friedhelm Mennekes im Gespräch, in: Gegenwart der Ewigkeit,
Spuren des Transzendenten in der Kunst unserer Zeit,
hrsg. von Wieland Schmied (In Zusammenarbeit mit Jürgen Schilling),
Aussstellungskatalog, Martin-Gropius-Bau, 1990

 

Nähere Infos, mehr Ansichten, Arbeitsfotos …. findet man auf der Homepage des Künstlers:
https://www.josef-mikl.com/de/archiv/st-virgil/

 

 

(Text und Zusammenstellung: Gabriele Baumgartner)
Weitere Beiträge über und von Josef Mikl auf diesem Blog:

 

Josef Mikls Zyklus zu Nikolai Gogols Roman: Die Toten Seelen, 1842

Otto Breicha: Der junge Mikl – Beginn und frühe Jahre

Josef Mikl: Nestroy – Häuptling Abendwind

Josef Mikl: Handwerk und Kunst (2008, zweite Fassung)

Josef Mikl: Braucht der Künstler die Kirche? (1983)

Gabriele Baumgartner: Josef Mikl – Ich war immer für Bücherkästen (1994)