Wasser | Die Ausstellung

Gefroren als Schnee und Eis, tropfenförmig auf Grashalmen, als Luftblasen umschließender Schaum, strömend zwischen Felsen, als ruhiger See oder Meer in all seinen Farbschattierungen. So vielfältig wie die Erscheinung des Wassers in der Natur, so ist auch der künstlerische Umgang damit ein nie enden wollender in den unterschiedlichsten Facetten. Oft ist Wasser in allen seinen Ausformungen das Hauptmotiv eines Werkes, doch noch viel mehr ist es ein erklärendes oder ergänzendes Element.

In dieser Ausstellung zeigen wir Arbeiten von 17 Künstlerinnen und Künstlern mit ihren unterschiedlichen Positionen zu diesem Thema. Gerade die großen Meerwasseraquarien in den Räumlichkeiten des ip.forums sind prädestiniert dafür, die Ausstellung zu bereichern und in Interaktion mit den Kunstwerken zu treten.

Unter anderem werden in der Ausstellung folgende Arbeiten gezeigt:

Unterschiedliche Blickwinkel in der Darstellung des Themas der Schneelandschaft sieht man bei Brigitte Bruckner, aber auch bei Alfredo Barsuglias neuen Arbeiten. Brigitte Bruckner fokussiert sich auf das verschneite Salzburger Alpenpanorama, wogegen Alfredo Barsuglia einen zerklüfteten Felsen mit umgebendem Schnee ins Bildzentrum rückt.

Schnee in allen seinen Erscheinungsformen war lange Zeit der bestimmende Faktor in Tania Kitchells Arbeiten. So perforierte die kanadische Künstlerin den Karton mit Nadeln, damit das Wortspiel „SNOW WHITE“, wie aus Schneeflocken gebildet, entsteht.

Die vereiste Oberfläche ist ebenso wie die Wellenbewegungen des sommerlichen Neusiedlersees Thema der stillen Landschaftsfotografien von Julia Dorninger. Die Stille, die unzähligen Blauschattierungen und Bewegungen des Wassers, erfasst Rudolf Heller in seinen zyklischen Werken „An ruhigen Wassern“.

Ein See wird bei einigen KünstlerInnen unterschiedlich thematisiert: Brigitte Bruckner setzt das Blau des Attersees ins Zentrum ihrer Landschaftsdarstellung. Für Monika Dorninger dagegen werden die unterschiedlichen Farbtöne des Wassers des Neusiedlersees der Rahmen ihres Motivs. Der Blick in das Innere zweier Boote als Sujet der einen, genauso wie die Segelboote der zweiten Collage, wären ohne den See undenkbar. Als „Bildträger“ fungierte 2007 der Elisabethsee in Oberösterreich für Peter Sandbichlers Projekt „Floating Maze“ anlässlich des Festivals der Regionen. Im 45m (Durchmesser) großen Floß verarbeitet Sandbichler 300 Laufmeter Holz zum schwimmenden Labyrinth.

Sehr stark verfremdet interpretiert Sinan Mollahasanov in seiner Wandarbeit die Wellendarstellung japanischer Holzschnitte wie jene von Katsushika Hokusai (vermutlich 1760 – 1849).

Das Thema Wasser tritt bei Deborah Sengl als verbindendes Element der beiden Tochterfirmen ipcenter.at und reefness folgend auf: Den Büroalltag mit der Firmenleitung und MitarbeiterInnen nachstellend, verfremdet sie die Köpfe mit Meerestieren und wählt dazu einen blauen Hintergrund.

In Anna Reisenbichlers vielschichtigen, nuancierten Zeichnungen wird das Wasser als wichtiges Element der Erzählung nicht nur gemalt, sondern auch als Collage eingesetzt. Mit Titeln wie „Urlaub“ oder „Dürreperiode“ setzt Eva Pliem in ihren monochromen, comic-strip-artigen Bananas das Thema Wasser auf Papier wie auch auf Glas um.

Wolfgang Burger hingegen nähert sich dem Thema „Wasser“ fotografisch, indem er Wasserperlen auf Grashalmen und Blättern festhält. Ein halb gefülltes Wasserfass ist Bildmotiv des jungen Südtiroler Künstlers und Architekten Andreas Perkmann Berger.

Ein Fluss als Bildmotiv wird von Stefan Nützel, Theresa Bruckner und Gerlinde Wurth jeweils unterschiedlich umgesetzt. Mit vielfältigen Farbnuancen und kräftigen Farbstrichen unterstreicht Theresa Bruckner die Strömung der Aist zwischen den roten Findlingen. Auf seinen kleinformatigen Arbeiten werden der Donaukanal und seine Umgebung malerisches Bildthema von Stefan Nützel. Einen anderen Zugang wählt dagegen Gerlinde Wurth. Mit Farbpunkten komponiert sie wie das Rauschen des Wassers, auf Notenlinien die Namen der einzelnen Flüsse. So werden, wie im Volksmund bekannt, blaue Punkte für die Donau, Grün für den Inn oder Schwarz für die Mur verwendet.

Zart nimmt man die einzelnen Schaumbläschen von Katharina Stiglitz fotografierten und auf Porzellan gebrannten, stillen Arbeiten wahr.

(Text: Gabriele Baumgartner)

Ausstellungsdauer: 30. September – 1. Dezember 2011