Barbara Höller

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Wir freuen uns sehr, das Ausstellungsjahr 2019 mit einer Ausstellung der Arbeiten von Barbara Höller beginnen zu dürfen. Im Juni 2018 waren wir in kleiner Runde auf Besuch in ihrem Atelier und ihre Arbeit “Gravity” war bereits in der Ausstellung “Malerei!” zu sehen. Diese Ausstellung wird einen umfangreichen Bogen der vielschichtigen Herangehensweise der Künstlerin spannen und uns so als Betrachterinnen und Betrachter einen ganz besonderen Einblick geben.

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 24. Jänner 2019, 18 – 21 Uhr
Ausstellungsdauer: 25. Jänner – 14. März 2019

Ein paar Eindrücke der Eröffnung und Ausstellung:

 

“Ich glaube, es geht immer um die Erforschung von Grenzen. KünstlerInnen
sind von Natur aus neugierig und versuchen Grenzen auszuloten und zu überschreiten. Kunst liegt genau in diesem Erfahrungsgrenzbereich.”
Barbara Höller

Die 1959 in Wien geborene Künstlerin studierte zwischen 1977 und 1984 an der Hochschule für angewandte Kunst bei Herbert Tasquil und Sepp Moosmann. Auch belegte sie für zwei Jahre das Studium der Mathematik. Schon 1987 und abermals 1994 erhielt sie den Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich. Es folgten mehrere Auslandsstipendien wie 1991 in Budapest, 1995 in Rom und 1996 in Japan. Neben ihrer künstlerischen Arbeit übernahm und nimmt sie immer wieder Ausstellungskurationen und war bei der Gründung einer Künstlerinnengruppe (Vakuum) sowie des Ausstellungraumes sehsaal beteiligt. 2002 unterrichtete sie digitale Bildgestaltung an der Akademie der bildenden Künste und zwischen 2003 bis 2005 Mediendesign an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. In der Zeit von 2014 und 2018 war sie Lehrende für Malerei und Zeichnung an der Kunstschule Wien.

Barbara Höller versteht sich nicht als Künstlerin, die in eine bestimmte Kategorie eingeteilt werden möchte, sondern lehnt Schubladisierungen ab. Als Künstlerin erstellt sie Konzepte, experimentiert mit verschiedensten Mitteln, Bildträgern, Farben und Techniken bis sie schließlich neben malerischen und grafischen Werken auch Objekte und Skulpturen verwirklichen kann. Der Entstehungsakt ist nach dem gedanklichen und erforschenden Prozess nur der Schlusspunkt langer Überlegungen und Experimente.

In ihren ausgestellten Arbeiten stellt sie als Ausgangspunkt meist die Frage: Was kann Malerei sein? Dabei tritt sie mit der Farbe in einen “Dialog” und setzt an die Kante des Bildträgers einen Farbtupfen, der dann entlang der Folie, Lederimitat oder einem anderen festen Untergrund, rinnt. Sie entscheidet, zu welchem Zeitpunkt der Bildträger wieder gedreht wird und somit wie lange der Farbverlauf ist. Dieses Spiel zwischen Kontrolle und Loslassen, Ordnung und Zufall wird zum wesentlichen Element.

Ein Faktor, der immer wieder in ihren Werken eine Rolle spielt, ist die gerade Linie, sei als Rinnspur oder etwa als Strich auf dem Papier und damit die Struktur vorgibt. Das Interesse an einer Auseinandersetzung daran liegt auch in ihrem Verständnis für Mathematik, das sie nicht nur studierte, sondern auch in ihrem Denken immer wieder aufgreift.

Barbara Höller lotet in ihren Werke die Möglichkeiten von Farbe auf dem Bildträger aus und schafft, gerade mit dem Wissen um ihre konzeptuellen Experimente, eine Faszination für die Ästhetik und Wirkung.
(Gabriele Baumgartner)

1959 in Wien geboren, lebt und arbeitet in Wien.
www.barbarahoeller.at